Demokratie vor Ort

Nachdem uns Herr K. gleich in unserer ersten Unterrichtsstunde mit einem seiner berühmt-berüchtigten „Planzettel“ zur Organisation der nächsten zwei Jahre geschockt hatte, entpuppten sich die folgenden eineinhalb Jahre auch dementsprechend. Unterstützt wurden diese durch ca. 2 mio. gelbe Karteikarten, ständig präsent in den Händen unseres Mentors.
Robert zog daraufhin die Notbremse und verließ uns, „weil es zu heftig ist“. Vielleicht hing es auch damit zusammen, dass Elin zwei Tage vorher zu uns gestoßen ist? Die verbliebenen 19 Leistungsträger wurden „unterstützt“ durch acht Auserwählte von THG und Großer Schule, denen wir es zu verdanken haben, uns ab 13.1 montags um 7.35h ins Schloss zu quälen. Sollte es jemand wagen, mehr als dreimal zu „verschlafen“, durfte der Übeltäter Bernds politisches Einzeltraining durchmachen. Manch einer hat es so oft strapaziert, dass nur noch der restliche Kurs seine helle Freude hatte.
Gar keine Freude hatten wir mit den Hausaufgaben, die dem hohen Anspruchsniveau unseres Meisters zu entsprechen hatten. Hier machte sich auch der Kopierwahn unseres Mentors bemerkbar, der sich nie unter fünf Blatt Material (Bitte bis zum nächsten Mal erkennbar lesen...) pro Stunde äußerte.
Doch auch er machte sich große Mühe, uns eine „Rückmeldung“ in Form von Hausaufgabenkorrekturen und „Hinweise zur Bearbeitung der Klausur“ (zweiseitig!!) zu geben. Doch mit Hilfe der Hausaufgaben konnte man immerhin seinen Notenschnitt (Durchschnitt der ersten Klausuren ca.06 Punkte) verbessern. In 13.2 ging es sogar soweit, dass man mit der „Mini-Facharbeit“ bis zu drei Punkte der Endnote nach oben ändern konnte. In die andere Richtung der Notenskala führten uns oft „unangekündigte“ Tests, die z.B. am „nächsten Donnerstag“ stattfanden.
Oft wurde der Unterricht durch „Leistungen im Rahmen projektorientierter Unterrichtsvorhaben“ aufgelockert. Dies hieß für uns zwei bis drei mal pro Semester ausschwärmen und sich kommunal (erfundene Umfrageergebnisse) und global (Internet) zu betätigen. Heute sollten wir eigentlich alle (Denis sei dank!!) Experten im Erstellen von Power Point Präsentationen sein.
Auch anspruchsvolle Sekundärliteratur (die Hörzu von Thomas) wurde gewälzt, um ein „stringentes“ Ergebnis abzuliefern. Dies wurde uns auch während des „Management Information Game“ abgefordert. Der Bonbontrog, der am nächsten Morgen stets wieder gefüllt war, veranlasste uns instinktmäßig zu wahren Schlachten in der Volksbank. Das gesponserte Essen fand besonders bei Musa großen Anklang (das wissen jetzt auch sämtliche Firmenchefs der Region). Auch vor und nach dem MIG-Spiel beehrten uns zahlreiche Referenten, die unseren wirtschaftlichen Horizont geradezu explodieren ließen. Doch Käpt’n K. (vgl. Laptophintergrundbild) hatte immer wieder eine Überraschung für uns auf Lager: als Dank für unsere Anwesenheit bei der Vorabiklausur hatte er seine Spendierhosen an – und ein Frühstück aus dem Karstadt-Restaurant sprang heraus. Dies animierte uns zu einer spontanen Dokumentation unserer Projekt-Titel (den Rest gibts bald auf CD im Handel) für die Nachwelt.
Verantwortungsvoll, wie Herr K. ist, versuchte er uns auch in unserer Berufswahl zu unterstützen. Hierzu dienten tonnenweise Materialien vom Arbeitsamt, der BpB und anonymen CD-Spendern...
Anzumerken wäre vielleicht noch, dass es unser Kurs bisher nur einmal geschafft hat, sich zu einem Kurstreffen aufzuraffen, dass nach zwei Stunden Pizzaessen im Bootshaus für beendet erklärt wurde.
Und nun, sechs Tage vor unserer politischen Reifeprüfung sitzen wir hier und freuen uns immens auf unser nächstes und zweites Kurstreffen (diesmal backen wir Pizza selbst!!) in Herrn K. Schrebergarten...