Abi2002ibAGymnasium im Schloß Wolfenbüttel
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Leistungskurs Deutsch, Herr S

Deutsch LK S.

Mein schönstes Schulerlebnis:

Am Anfang waren wir fünfzehn, aber wir waren trotzdem alle schon siebzehn. Am Ende waren wir dreizehn und trotzdem schon neunzehn. So schnell geht das.

Das lustigste aber war Herr S., der war immer da, obwohl er schon älter ist.

Einmal hatte Herr S. auch einen Unfall. Mit dem Auto. Er musste sich mit den Polizisten unterhalten und kam zu spät zum Unterricht.

In der zwölften Klasse waren wir immer da oben in dem Raum fast in der Ecke. Der mit dem Fernseher (vielleicht auch der davor..). Da war Michael auch noch dabei. Und Tobias. Ach ja, und Katharina.

Herr S. hat uns Bilder gezeigt und wir haben über sie geredet. Wir haben auch Bücher und kurze Texte gelesen. Zuerst ging’s uns dabei nicht so gut, aber wenn wir mit Herrn S. geredet hatten, ging es uns immer viel besser.

Aber ein paar Stunden waren ganz anders als die Anderen. Wir mussten ganz still sein und unsere Aufgaben alleine machen. Jeder für sich. Ohne die Anderen. Am Ende der Zeit nahm Herr S. uns die Zettel weg. Wir sahen sie erst Wochen später wieder. Wir durften uns dann immer freuen. Nur Michael, der war immer traurig. Aber auch er hatte manchmal seinen Spaß, z.B. als wir Gedichte schreiben sollten.

Einige Male waren wir auch tagelang in dem großen Haus mit den vielen Büchern, direkt neben dem Schloß. Früher hatten wir immer geglaubt, Herr S. wohnt dort. Aber das war falsch, denn er wohnt ja in Goslar. Mit seiner Frau und seinen Kindern.

In dem großen Haus mit den vielen Büchern fühlten wir uns ganz dolle groß und erwachsen. Es war nicht mehr wie in der Schule. Wir sollten selber etwas herausfinden und mussten es dann den Anderen am Schluss zeigen. Das war gar nicht so einfach.

Als wir dann in die 13. Klasse wechseln sollten, durften einige nicht mitkommen, aber die haben wir ja schon erwähnt. Dafür haben wir dann eine Neue bekommen, die hatte immer eine weiße Nase und lenkte die drei Jungs immer vom Unterricht ab. Außerdem stank sie oft nach Bier.

Wir fuhren dann zusammen nach Wien in den Urlaub. Die Neue durfte noch nicht mit. Von diesem Urlaub gibt es noch einen anderen Text in diesem Heft.

In der 13. Klasse haben wir dann viele Bücher gelesen, in denen sich viele Leute unterhalten haben. Herr S. hat uns gesagt, dass das Theaterstücke sind und es verschiedene Arten davon gibt und dass die ganz gut sein sollen. Diese doch sehr subjektive Einstellung konnten wir allerdings teilweise nur begrenzt mit ihm teilen. Vielleicht lag das ja auch manchmal daran, dass wir noch zu klein sind. Er schaffte es aber immer wieder aus uns etwas Interesse herauszukitzeln. Jonathan wurde auch immer gekitzelt. Aber das ist jetzt ja nicht so wichtig.

Überhaupt fanden die Jungen und einige Mädchen den Unterricht eigentlich immer sehr lustig und hatten Herrn S. sehr lieb. Trotzdem war Melanie immer böse, wenn Herr S. wieder ein neues Buch vorschlug. Sabrina dagegen stöhnte immer nur – ihr war vielleicht manchmal ein bisschen schlecht. Sina war manchmal beleidigt. Ein bisschen war Herr S. dann traurig. Der Auslöser dafür war teilweise wohl auch die verhaltene Resonanz.

Trotzdem konnte er uns doch einiges beibringen und manchmal haben wir uns dann auch wirklich alle sehr interessiert unterhalten.

Und auch wenn wir uns zwar den sachlichen Inhalt oft nicht merken konnten, so haben wir bei Herrn S. sehr viel fürs Leben gelernt und können nun beruhigt in das Erwachsenenleben übergehen.

Danke Herr S.!

In zwei Jahren wunderbaren Deutschunterrichts haben sie uns in unserer geistigen Evolution den Intellekt und den Rücken gestärkt!