Am 25.8. 2002 war es soweit, unser Englisch-LK von Herrn von G. startete das Projekt-Kursfahrt, das uns natürlich nach London führte. Netter Weise hatte sich Herr Sch. bereit erklärt, uns zu begleiten.
Wir trafen uns am Samstagabend mit Sack und Pack und einer Gruppe THGlern, die das gleiche Vorhaben wie wir hatten, auf dem Spinnereiparkplatz. Beim Verteilen der Plätze in unserem Bus, der uns bis in die Metropole bringen sollte, wurde uns allerdings zum ersten mal die Sonderstellung der Lehrer vor Augen geführt, die als Einzige das Recht auf je zwei Sitzplätze hatten, bzw. es sich nahmen. Trotzdem durften wir uns von ihnen Klagen anhören, wie unbequem es in dem Bus doch sei. Unsere Aufmerksamkeit wurde allerdings durch die Fahrweise des Busfahrers schnell auf andere Dinge gelenkt ( warum sollte man denn auch andere Fahrzeuge oder rote Ampeln beachten??! ). Zu späterer Stunde wurde es dann auch etwas ruhiger im Bus, die meisten Schüler waren entweder in ein Buch vertieft oder versuchten doch noch etwas Schlaf zu bekommen. Letzteres war zwar durch Elmars lautstarke Selbstgespräche weniger möglich, aber auf mangelnden Schlaf sollte man sich bei einer Kursfahrt wohl eh´ einrichten... Irgendwann mitten in der Nacht erreichten wir Calais, von wo aus uns die Fähre über das Wasser nach Dover bringen sollte. Danach ging es wieder weiter mit dem Bus, so dass wir schließlich gegen 9 Uhr morgens das Ziel unserer Reise erreichten.
Da die Zimmer erst ab 14 Uhr bezogen werden durften, wurde nur schnell das Gepäck im sogenannten „Shakespeare Hotel“ abgestellt, und dann ein kleiner Spaziergang gemacht. Wir wurden von unseren Lehren mehr oder (eher) weniger zielsicher auf den berühmten Camden Lock Markt gelotst ( wie rum sollte man den Stadtplan doch grad halten?? ), wo die Zeit mit shoppen und auch einfach nur gucken recht schnell verging.
Zurück im Hotel erwies sich die Verteilung der Zimmer als ein kleines Problem. So bekamen unsere Lehrkräfte je ein Zimmer für sich, wohingegen wir Schüler uns zu sechst in unsere stark an Bundeswehrkaserne erinnernde Räumlichkeiten quetschten. Besonders die sogenannten Kleiderschränke waren nicht zu verachten, kaum zu glauben, dass es bei uns in Deutschland auch Exemplare mit Türen und Schubladen gibt... In der Nacht hat sich dann wohl jeder insgeheim in sein eigenes Bett gewünscht, denn die meist einfachen Schaumstoffmatten auf hartem Lattenrost haben sich als nicht so wirklich bequem erwiesen. Die wirklich sehr kleinen Zimmer, samt ungeputzten Toiletten mit Kakerlaken und verstopften Abflüsse in den Duschen wurden halbwegs durch den Aufenthaltsraum mit Fernseher (Pro7!!!) und Internetzugang wieder wettgemacht. Es soll sich bei unserer Unterkunft sogar um eines der besseren Hotels in London gehandelt haben!!
So entstammte unser Hotel sicherlich nicht aus einer Luxusklasse, aber die meisten Schüler hielten sich eh nur zum Duschen und Schlafen dort auf, so dass wir die mangelnde Qualität doch gut verschmerzen konnten. Die Lage unserer Unterkunft erwies sich zum Beispiel als sehr praktisch, so lag das Hotel etwas außerhalb, aber nah an einer U-Bahnstation über die man fast alle Sehenswürdigkeiten gut erreichen konnte.
Zum jeweiligen Frühstück am Morgen trafen wir uns immer im Speiseraum und standen dort einer Art „Buffet“ gegenüber. Das dieses nur aus recht trockenem Toast, verkochtem Ei und absolut klebriger Marmelade bestand, während unsere Lehrer sich über ein „real british breakfast“ freuen konnten, sei hier nur am Rande erwähnt.
Als nächstes stand an unserem ersten Tag dann eine Stadtrundfahrt auf dem Programm, bei der wir all die Sehenswürdigkeiten, die man so aus den Englischbüchern kennt ( Big Ben, Buckingham Palace, Tower Bridge,...), aus unserem Bus heraus betrachten konnten. Der Ausflug wurde von einer Dame begleitet, die uns nett und freundlich, vor allem aber in gut verständlichem English so manche Anekdote erzählte.
Nach dieser etwa 2-stündingen Aktion hatten wir Freizeit, die von den meisten zum shoppen und zum aufsuchen und fotografieren der unzähligen Sehenswürdigkeiten genutzt wurde. Ähnlich verliefen auch die nächsten Tage.
So nahmen wir am Dienstagmorgen gemeinsam an einer Führung durch das legendäre Globe Theatre teil, bei der sich Britta, wie man sie kennt, mit Begeisterung interaktiv beteiligte. Aschließend besuchten wir die nahegelegene Tate Galerie.
Am Abend sahen wir uns noch eine moderne Inszenierung des Shakespeare Stückes „MacBeth“ im Globe Theatre an. Um das gleiche Feeling wie die Leute vor was weiß ich wie vielen Jahren zu bekommen, hatten wir natürlich Stehplätze, wie das in früheren Zeiten für das Volk so üblich war. Allerdings waren wir durch die zuvor begangenen Shopping-Touren und ähnlichen Unternehmungen doch schon etwas zu müde um uns tapfer 2 Stunden auf den Füßen zu halten... Da das Stück zwar recht gut inszeniert, durch das doch recht schnell und nicht gerade deutlich gesprochene Englisch aber doch sehr schwer zu verstehen war ( selbst Herr von G. und Herr Sch. mussten zugeben, dass sie den Dialogen nicht immer ganz folgen konnten!! ), kam es letztendlich dazu, dass die beiden Lehrkräfte nach der Aufführung nur noch rund ein Drittel ihres Kurses vorfanden, was aber auf keinerlei Kritik stoß.
Am Mittwoch stand eine Fahrt nach Greenwich auf dem Programm, auf deren Rückweg wir uns eine Schiffstour auf der Themse gönnten, wobei wir teils voller Neid teil eher ablehnend die Wohnungen der super reichen Londoner begutachten konnten. Diese eben beschriebenen „gemeinschaftlichen“ Aktionen dauerten jeweils nur bis zur Mittagszeit, danach hatten wir Freizeit, die wir, wie wohl anzunehmen ganz nach unseren persönlichen Launen und Interessen gestaltet durften. Dank der bereits frühzeitig von Herrn von G. ausgeteilten Stadtpläne, gab es in Sachen „Orientierung in einer Weltmetropole“ nach der ersten Eingewöhnung auch keine großen Schwierigkeiten.
Der Donnerstagmorgen bestand zunächst in der wichtigen Aufgabe die Koffer in den Bus zu laden, denn abends sollte es wieder heimwärts gehen. Diesen letzten Tag, an dem es zu allen Überdruss auch noch regnete, versuchten fast alles irgendwie rumzukriegen, mit shoppen, rumhängen in Cafés, bei Pizza Hut oder in Parks, oder stundenlangem U-Bahn fahren. Kurz gesagt, wir waren einfach alle durch die Sightseeing-Touren der vergangenen Tage zu geschafft um noch etwas sinnvolles auf die Beine zu stellen, man glaubt ja gar nicht, wie verdammt lang so ein letzter Tag sein kann!
Wir fuhren dann letztendlich aber wieder durch die Nacht im Bus nach Hause, und kamen am Freitagmorgen wieder wohl behalten in Wolfenbüttel an.
Insgesamt hat dem größten Teil des Kurses die Woche in London wohl ziemlich gut gefallen. Es war sehr interessant all die berühmten Gebäude mal in natura zu sehen und auch shoppen konnten wir in dieser Stadt ohne Ende. Allerdings musste festgestellt werden, dass London wirklich sehr teuer ist. Wenn man nicht jeden Tag bei McDonalds essen wollte, hatte man für ein kleines Mittagessen teilweise rund das dreifache der von zu Hause gewohnten Preise zu zahlen, da kann sich wohl jeder die bald leeren Reisekassen vorstellen.
Insgesamt betrachtet hat die Kursfahrt aber wohl jedem auf seine Spaß gemacht und auch trotz einiger Streitereien und bösen Worten dazu beigetragen, dass man den einen oder anderen Kursteilnehmer (auch die Lehrer! ) zum Beispiel beim gemeinsamen Pub -Besuch etwas besser oder von anderen Seiten kennengelernt hat, als das sonst im Unterricht möglich ist.